Bookcrossing in Dortmund: Science-Fiction-Ecke im Westentor

Das Bookcrossing-Regal plus Leseecke in der Halbzeit am Westentor

Das Bookcrossing-Regal plus Leseecke in der Halbzeit am Westentor

So, ich wollt ja schon immer was über Bookcrossing schreiben, weils das in der Halbzeit am Westentor ja gibt. Und weil da grade ein wenig SF-Material aufgelaufen ist, nehm ich das zum Anlass.

Bookcrossing ist so ein Internetding, das unter anderem mit der Idee zu tun hat, dass Informationen frei zirkulieren können. Im Netz ist das einfach – jeder kann sich beispielsweise eine Webseite durchlesen und hinterher ist sie immer noch da. Bei Büchern ist das schwieriger, denn ein konkretes Buch, das jemand hat/liest, kann niemand anders gleichzeitig haben. Problem, also.
– Lösung 1: jeder kauft sich sein eigenes Buch.
– Lösung 2: Verschiedene Leute lesen dasselbe Buch nacheinander.
Bookcrossing hat mit Lösung 2 zu tun. Der Gedanke dahinter: An allen möglichen Ecken gibt es Bücher, wo man sich nehmen kann, was man mag, und nach Lektüre weitergibt, behält, wie auch immer.

Bookcrossen kann jeder, man muss sich nirgends anmelden, nichts verteilen, nichts zahlen, nichts abonnieren, man kann sich einfach eines der “Bücher auf Reisen” nehmen und es lesen. Man kanns behalten, weitergeben, irgendwo “aussetzen” oder “vergessen” und sich drüber freuen, dass es vielleicht jemand anders findet und auch Spass hat beim Lesen. Für diesen Zweck gibt es ein Bookcrossing-Regal im Westentor.

Der Witz an Bookcrossing: man kann einem Buch beim Reisen zusehen. Oder schauen, wie es anderen gefallen hat. Man kann in der Umgebung nach “freigelassenen” Büchern gucken. Man kann freie Bücher einpacken und lesen. Man kann selber welche freilassen. Letzteres kann man selber machen, das geht aber auch hier bei uns, weil wir ein Bookcrossing-Account haben, westentor23com.

Setzt man ein Buch aus, dann kriegt es eine Nummer. Unter der kann man seinen Weg verfolgen – die Spur eines der ersten von mir ausgesetzten Bücher verliert sich beispielsweise irgendwo in Bangkok.

So weit muss ein Buch nicht unbedingt reisen – nicht von allen erhält man Nachricht. Was aber allen “freigelassenen” Büchern gemein ist: man kann sie lesen, kann sie auch einpacken, behalten, weitergeben, was einem beliebt. Und wenn man denn bisherigen Besitzern eine Nachricht zukommen lassen will, wo ihr Buch inzwischen hingewandert ist, kann man das tun – deutsch bei bookcrossers.de, englisch bei bookcrossing.com.

Um auf den Anfang zurückzukommen: wir haben inzwischen eine kleine Science-Fiction-Ecke gebaut – ein wenig Asimov, ein wenig andere Autoren, nächste Woche kommt noch etwas Lem dazu – und auch einiges an Thriller- und Krimilektüre. Hakan Nesser kann ich beispielsweise wärmstens empfehlen. Und so gehen Bookcrossing-Bücher im Idealfall von Hand zu Hand, machen einer großen Zahl an Leuten Spaß, finden irgendwann ein endgültiges Zuhause oder wandern einfach weiter. Und man findet sie gehäuft in “offiziellen” Bookcrossing-Zentralen, wie die Halbzeit am Westentor eben eine ist.

Also, falls der Lesestoff ausging: einfach mal vorbeikommen, schmökern, einpacken :o )

Posted under Allgemein by Anja on Sonntag 14 Juni 2009 at 21:15

2 Kommentare »

  1. Pingback by Der Begriff geschmackloser, fader und sentimentaler und zweckloser Literatur… | Tales from the Mac Hell — 15. Juni 2009 @ 20:29

    [...] mir irgendwie noch zusammenbeschaffen und ein paar Bernhards werden demnäxxt neben einigen Lems bookcrossenderweise im Westentor stehen. Und die eine oder andere Dauerleihgabe braucht nicht mehr zurückgebracht werden (wo die [...]

  2. Kommentar by fantast — 3. Juli 2009 @ 19:59

    das ist ja mal eine geniale idee werd gleich mal nach bookcrossings in meiner gegend suchen

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