Boris Gott live – Hymnen aus Bukowskiland
Gestern spielte Boris Gott in der Halbzeit am Westentor ein klasse Konzert. Und wer sich vom Stichwort “Harte Schlager” hat abschrecken lassen, hat was verpasst – der Mann ist richtig große Klasse.
Einen schönen Abend hab ich, wenn ich feine Livemucke höre. Noch besser, wenn das zusammen mit vielen anderen Leuten ist, die auch feine Livemucke hören. Richtig klasse wirds, wenn das einfach auch nen Nerv bei mir trifft. Und das dann nicht mal ganz erwartet, weil Schlager, nun ja, nicht meins.
Gott macht eher Liedermacherkram, würde ich sagen, und wenn er über die Nordstadt singt, übers Bukowskiland Ruhrgebiet, dann sag ich Hey, Treffer. Gott schafft es, über Suff, Liebe, Hartz4 und frischgeficktes, ungeduschtes Flanieren durch diese herrliche Stadt mit ihren ausnahmslos schönen Menschen zu singen, (natürlich) mit ihren Pommesbuden und (erfreulicherweise) mit ihren ganzen Gestörten, es ist wunderbar. Wers verpasst hat: hier seine Webseite mit den nächsten Liveterminen.
Und ganz nebenbei haben wir das Pesthörnchen wieder in Verwendung. Unsere frischgezimmerte, kleine Bühne lassen wir wohl einfach stehen, das scheint mir nett auszusehen. Und meine kurzen Bedenken, ob man das Pesthörnchen nun metaphorisch mit Füßen tritt, glaube ich entkräften zu können – es ist *da*. Und das ist prima.
Nachbemerkt: Wie schon bei Slicks Kitchen ist das Problem beim Bildermachen in der Kneipe das, dass man während dem eigentlichen Gig nicht dazukommt. Ulf hat vielleicht demnächst einige im Netz. Und auch wenn ich ansonsten vom iPhone begeistert bin – das Knipsen im Dunkleren ist damit einfach nicht wirklich das Wahre.


[...] dem letzten Konzert im Westentor mit Boris Gott bleibt unser Programm im Oktober deutschsprachig und akustisch. Die blinde Sängerin macht Lieder [...]